11.05.2017 | Austria

Linzer IT-Dienstleister S&T will 2018 die Umsatzmilliarde erreichen (OOEN 05/2017)

Konzern hat eine Sparte von Raiffeisen Informatik übernommen und sucht 65 Mitarbeiter.

LINZ. Einen rasanten Wachstumskurs schlägt das Systemhaus S&T ein: Bereits nächstes Jahr soll der Umsatz des Linzer Unternehmens, das an der deutschen Technologiebörse TecDax notiert, eine Milliarde Euro betragen. 2016 waren es 504 Millionen, heuer dürften es 860 bis 890 Millionen sein. Einen wesentlichen Teil dazu soll der deutsche Kleincomputer Hersteller Kontron beisteuern, den S&T, wie berichtet, übernehmen will. Die entscheidenden Abstimmungen finden Mitte Juni in Deutschland statt. Finanzvorstand Richard Neuwirth zeigte sich gestern, Donnerstag, bei einem Pressegespräch in Wien zu ersichtlich, dass die Kontron-Aktionäre grünes Licht geben. Immerhin seien die Erlöse der deutschen Firma zuletzt auf 382 Millionen Euro gesunken, obwohl der Markt wachse. „Wir wollen wie der Steigerungen erzielen‘, sagte Neuwirth. Das Ergebnis von Kontron wurde im ersten Quartal in die Gewinnzone gedreht. Die Linzer halten schon 36 Prozent der Anteile, S&T-Chef und –Miteigentümer Hannes Niederhauser wechselte auch in den Kontron-Vorstand. Soeben hat der lT-Dienstleister auch in Österreich zugeschlagen. S&T übernahm das Drittkundengeschäft von Raiffeisen Informatik samt Rechenzentrum in Wien und SAP-Aktivitäten sowie 100 Mitarbeiter. Die Sparte machte zuletzt 30 Millionen Euro Umsatz. Die Übernahme sei eine „gute, österreichische Lösung“ und ein „großer Schritt für uns“, sagte Neuwirth. Man suche weitere 25 Mitarbeiter für den SAP-Bereich, sagte der für das Tagesgeschäft zuständige Vorstand Michael Jeske. Außerdem brauche man 40 neue Software-Programmierer bei S&T in Österreich. Das Unternehmen ist aus der früheren Quanmax (vormals Gericom) und der alten S&T hervorgegangen. Das Systemhaus beschäftigt an 25 Standorten weltweit 3700 Mitarbeiter, davon 400 in Österreich (150 in Linz und 40 in Engerwitzdorf, wo 2016 Novotech übernommen wurde).

Kunden Spar, ÖBB, TGW

Jeske präsentierte gestern einige Referenzen. So hat S&T für die Handeiskette Spar 30.000 Geräte wie Gabelstapler, Waagen und Scanner vernetzt. 4500 Triebwagen der ÖBB wurden mit Software ausgerüstet, damit die Lokführer einen einfachen Zugang zum aktuellen Fahrplan haben. Jedes Papier, das beim Weiser Logistiker TGW ausgedruckt wird, kommt aus Geräten, die von S&T gemanagt werden. Weitere Kunden sind etwa Amag, Bellaflora und Haus er Kühlanlagen. 2016 investierte S&T 24 Millionen Euro in Forschung, davon ein Drittel in Osterreich. Derzeit werden verstärkt eigene Produkte und Technologien entwickelt. Auch organisch will man wachsen.