23.06.2016 | Austria

Gute Geschäfte (Börsen-Kurier, Ausgabe 25/2016)

Gute Stimmung herrschte auf der HV des IT-Spezialisten, die wie immer im oberösterreichischen Hagenberg stattfand.

Kein Wunder, konnte CEO Hannes Niederhauser doch über das siebente Rekordjahr in Folge berichten. Der Umsatz stieg um beachtliche 21% auf 468,2 Mio €, der Nettogewinn um 25% auf 17,6 Mio €. „Das liegt daran, dass wir unser Geschäft im Bereich „IoT“ (Internet der Dinge, Anm.) 2015 deutlich ausweiten konnten“, so der CEO, der im Weiteren einige Anwendungsbeispiele dazu gab: „Stellen Sie sich vor, ein Lkw bringt Ladung in ein Lagerhaus und meldet sich dort vorher übers Internet an, damit der Platz reserviert wird und die Entladung geschieht. Und solche Kommunikation muss abgesichert sein, und genau um diese Absicherung kümmern wir uns“, erläuterte er. Dass hier der erwartete Markt riesig ist, belegte er anhand einer Studie, laut der 2020 an die 25 Mrd Maschinen das Internet „bevölkern“.

Aber auch bei den intelligenten Stromlösungen ist die S&T gut unterwegs: „Europaweit haben wir schon mehr als 4 Mio intelligente Stromzähler installiert, in der Stadt Linz sind es rund 150.000“, so Niederhauser. Mit der Entwicklung des Aktienkurses zeigte sich der CEO ebenfalls zufrieden, ist das S&T-Papier 2015 doch von 3,25 auf fast 6 € gestiegen. „Und jetzt stehen wir bei fast 7 €“, freute sich Niederhauser, der sich mit einer derzeitigen Marktkapitalisierung von rund 300 Mio € Chancen ausrechnet, dass S&T bald in den TECDAX aufgenommen werden könnte.

Danach folgte eine recht kurze Generaldebatte, die im Wesentlichen von einem Aktionär bestritten wurde. Er wollte unter anderem wissen, wieso man denn eine Gruppenbesteuerung für die S&T und ihre Töchter hätte (weil man so die Verlustvorträge der S&T auch auf die Töchter anwenden kann), warum sich Niederhauser kein Gehalt auszahle („Ich verdiene doch eh 500€ im Monat!), wie viel Hardware man noch verkaufe (weniger als 1% des Umsatzes, was erstaunt, da S&T ja als Gericom/Quanmax primär Hardware verkauft hat) und ob man Contron übernehmen wolle („Das könnte ein bisserl zu groß für uns sein.“).
Die Abstimmungen verliefen einstimmig oder mit überwältigender Mehrheit, aber nur, weil man zwei Tagesordnungspunkte betreffend Aktienoptionen für das Management zurückgezogen hatte. „Die Fonds wollen nicht, dass der Vorstand Aktienoptionen bekommt“, erklärte Niederhauser diesen Schritt.