8.1.2016 | Austria

S&T - "Lupenreiner Auftwärtstrend" vor schwerer Belastungsprobe (PLATWO Börse 8.1.2015)

Einen „lupenreinen Aufwärtstrend“ erkannten wir in der PLATOW Börse vom 14.8.15 bei der Aktie von S&T. Fünf Monate später hätten wir diese Überschrift erneut verwenden können, wäre der Baisse-Druck aus China nicht so stark. Nach unserem Update im Sommer war der Titel des österreichischen IT-Systemhauses nämlich erst einmal in eine Konsolidierung übergegangen, bevor er mit Beginn des Schlussquartals
einen wie mit dem Lineal gezogenen Aufwärtstrend startete. Dieser wird zur Stunde allerdings einer schweren
Belastungsprobe unterzogen. Kurz vor dem Eigenkapitalforum in Frankfurt markierte die Aktie ein Allzeithoch und kletterte danach munter weiter. Offenbar hat der Vorstand die Investoren überzeugt, was angesichts der jüngsten Nachrichten nicht verwundert.

So will der Linzer Technologiekonzern seine Smart-Energy-Aktivitäten künftig auf die Stammmärkte in Ost- und Zentraleuropa konzentrieren und seine Beteiligung an der kalifornischen NES abgeben. In der Folge möchte S&T nicht nur die Position als Vollsortiment-Anbieter ausbauen, sondern auch regionsspezifische Smart-Energy-Softwareprodukte feilbieten. Schon im dritten Quartal war der Wachstumstreiber erneut
das Segment „Services Osteuropa“ mit einem Umsatzschub von rund 45%. Über alle Regionen stiegen die Erlöse in den ersten neun Monaten 2015 um 19% auf 302 Mio. Euro. Der Nettogewinn legte sogar um 23% auf 9,1 Mio. Euro zu. Damit sind die von S&T für das abgelaufene Geschäftsjahr angepeilten 15 Mio. Euro nicht komplett illusorisch – trotz beträchtlicher Anlaufverluste im Smart-Energy-Segment. 2016 könnten
bei den Österreichern durchaus 17,5 Mio. Euro bzw. 0,41 Euro je Aktie unter dem Strich stehen, zumal der Auftragsbestand zuletzt rund 198 Mio. Euro betrug und die Projekt-Pipeline mit 714 Mio. Euro sehr gut gefüllt war.

Auf Basis dieser Annahmen wäre die Aktie (5,49 Euro;AT0000A0E9W5) mit einem 2016er-KGV von 13 günstig bewertet,erst recht angesichts der gezeigten Wachstumsraten. Da sich die Eigenkapitalquote mit 35% allmählich branchenüblichen Relationen nähert, ist auch kein Bewertungsabschlag gegenüber der Peer-Group mehr erforderlich. Wir raten daher zum Kauf, ziehen den Stopp jetzt allerdings knapp unter die 200-Tage-Linie bzw. auf 4,45 Euro nach.