02.07.2015 | Austria

Sehr viel Sonne 2014 (Wiener Börsen-Kurier, 02.07.2015)

Mit diesen Worten fasste CEO Hannes Niederhauser das abgelaufene Geschäftsjahr zusammen. Kein Wunder, war es doch wieder ein Rekordjahr.

So stieg der Umsatz um 14% auf 386 Mio. €, das Ergebnis um 17% auf 14 Mio. € und der Auftragsstand sogar um 62% auf 157Mio €. „Stark dafür verantwortlich ist unser neues Geschäftsfeld, die Smart Energy“, erklärte der CEO. „Wir konnten damit schon vier Aufträge im Gesamtvolumen von mehr als 60 Mio. € lukrieren“, so Hannes Niederhauser weiter. Aber schon für dieses Jahr plant er den Umsatz in diesem Geschäftsbereich von 29 auf mehr als 80 Mio. € zu steigern, erklärte er in seiner kurzen, straffen, aber informativen Präsentation.

Beim Thema Smart Energy geht es um die „intelligenten Stromnetze“. Hier ist S&T nicht nur ein Hersteller der neuen Stromzähler (Smart Meter), sondern sorgt auch für die Kommunikationslösungen und stellt den Stromversorgern Data Center für Steuerung und Auswertung zur Verfügung. „Wir sind sehr stark im skandinavischen Raum engagiert“, so Niederhauser. „Jetzt aber sind wir stark genug, um auch in Deutschland stärker aufzutreten und dort zu wachsen“, ist eines seiner Ziele für die Zukunft.

Lesemarathon & Fragenkatalog
Nun folgte ein gut halbstündiger Vorlesemarathon, der die Stimmbänder von CFO Richard Neuwirth stark belastete, da er die Anträge und Beschlussvorschläge für die Tagesordnungspunkte „genehmigtes Kapital“ und zwei Mal „bedingte Kapitalerhöhung“ verlesen musste, was jedes Mal „doppelt gemoppelt“ wirkte, da (natürlich) die Beschlussvorschläge mit den Anträgen identisch waren. Dieser Punkt im Aktiengesetz könnte nach Ansicht des Autors geändert werden, da er so manche HV unnötig in die Länge zieht.

Im Anschluss folgte die Generaldebatte, die von einem einzigen Aktionär bestritten wurde, der aber mit insgesamt 20 Fragen ziemlich genau nachbohrte – warum die Vorstände so wenig verdienen, wollte er wissen; desgleichen, warum der Wirtschaftsprüfer so billig sei; warum die Fluktuation bei den Mitarbeitern so hoch gewesen ist; wie hoch die Ausgaben für F&E sind und wie viel Förderung man dafür bekomme etc. Er bemängelte auch den eventuellen Bezugsrechtsauschluss beim genehmigten Kapital und befürchtete eine Verwässerung der Anteile der Altaktionäre, die ja dann keine jungen Aktien bekommen würden. Auch wie das Hardware-Geschäft gelaufen war, interessierte ihn.

Vorstand und Aufsichtsratchef Erhard Grossnig versuchte, die Fragen so gut wie möglich zu beantworten, was aber nicht in allen Fällen gelang. Grossnigs Aussage, man zahle dem Vorstand anständige Gehälter, führte auf dem Podium teilweise zu leicht gequältem Schmunzeln. Mit „ich weiß nicht, was Sie haben – wir sollen doch immer wenig ausgeben, und jetzt kostet der Wirtschaftsprüfer weniger und es passt Ihnen auch nicht“, hatte er aber wirklich die Lacher auf seiner Seite. Die Mitarbeiterfluktuation sei jedenfalls deswegen so hoch, weil man ja Geschäftsfelder ändere und somit andere Kompetenzen benötige, erklärte dann Niederhauser: „Und bei der Hardware ist der Anteil auf 3% zurückgegangen. Da ist ohnehin keine Marge mehr drin, das wird langfristig auslaufen“, so der CEO. Für F&E hat A&T 14 Mio. € ausgegeben und knapp 1,2 Mio. € Zuschüsse erhalten. Und auf die Nachfrage des Aktionärs, wie die S&T denn mit den „big players“ auf dem Markt mithalten wolle, sagt er: „Wir werden versuchen, in diesem doch sehr breiten Bereich Nischen zu besetzen und zu halten, z.B. bei der Datensammlung und Auswertung.“

Die abschließenden Abstimmungen erfolgten großteils einstimmig, nur bei den strittigen Punkten (s.o.) gab es bis zu 16% Gegenstimmen, wohl wegen der befürchteten Verwässerung.